Segel Reisebericht
Es war früher Nachmittag als wir, 3 Pärchen, in Les Marines de Cogolin, unserem Ausgangspunkt für den Segeltörn, ankamen. Da wir den Ort schon von einem früheren Segeltörn her kannten, ging diesmal alles relativ schnell. Während wir mit dem Vermittler Boot, eine 13-m-Ketch, und Ausrüstung überprüften, richteten die Frauen schon einmal die Kabinen ein. Obwohl so ein Schiff gut und gerne auch mit 10 und mehr Personen gesegelt werden kann, hatten wir die Erfahrung gemacht, dass, besonders bei gemischten Crews, eine gewisse Privatsphäre unabdingbar für einen stressfreien Törn ist.
Der Törn sollte über Korsika nach Elba und von dort entlang der italienischen Küste zurück an unseren Ausgangspunkt gehen. Als Eckpunkte hatten wir die Orte Calvi (Korsika), Porto Azzuro (Elba), Portofino (Ligurien) und einen nicht näher bestimmten Ort an der italienischen Riviera festgelegt. Und ansonsten wollten wir überall dort verweilen, wo es uns besonders gut gefiel. Nicht Meilenfresserei, sondern gemütliches, entspanntes Segeln war angesagt.
Nachdem die Formalitäten geklärt, das Gepäck und der Proviant verstaut waren, wurden die Leinen gelöst. Raus ging es in die Bucht von St. Tropez, der Motor wurde abgestellt und nachdem die Segel standen, rauschten wir bei einer mäßigen Brise mit etwa 6 Knoten unserem ersten Ziel entgegen. Schon kurz danach passierten wir steuerbords St. Tropez und dann ging es auch schon aufs offene Meer. Es würde die erste und einzige Nachtfahrt auf diesem Törn sein und obwohl wir die gut 12-stündige Anreise noch in den Knochen hatten, kam jetzt doch schon Urlaubsfeeling auf. Der Wind blies schwach aber stetig aus West-Nordwest was uns eine angenehme Überfahrt nach Calvi bescherte. Die Nacht verlief ereignislos, kein Containerschiff kreuzte in gefährlichem Abstand unseren Weg, und so kamen wir gegen Mittag des Folgetages in Calvi an.
Wir blieben einen Tag und machten uns dann auf den Weg nach Elba. Dort steuerten wir die Bucht von Biodola an, wo wir vor Anker gingen und weil es uns so gut gefiel, gleich mehrere Tage blieben. Dann ging es weiter, an Portoferraio vorbei, nach Porto Azzurro. Mittlerweile hatte der Wind zugelegt und der Schlag nach Porto Azzurro erwies sich als elende Kreuzerei. Als wir dann da waren, fing es auch noch an zu regnen. Wir beschlossen erst einmal besseres Wetter abzuwarten. Dann ging es weiter auf einem langen Schlag bis nach Portovenere an der ligurischen Küste. Und dann nach Portofino. Allein die Einfahrt in den Naturhafen ist ein Erlebnis für sich. Erst eng, dann erweitert sich die Rinne und gibt einen phantastischen Blick auf das malerische Portofino preis. Trotz enormer Preise an Land blieben wir wieder ein paar Tage, ehe wir uns so langsam wieder auf den Rückweg machten. Zuerst ging es quer über die Bucht von Genua nach Finale Ligure. Mittlerweile hatte sich das Wetter wieder gebessert und wir blieben ein paar Tage in der Region ehe wir dann zum letzten Schlag zurück nach Cogolin ansetzten. Wir hatten 13 phantastische Tage verbracht und dank der idealen räumlichen Aufteilung auch die Schlechtwetterphasen gut überstanden.
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Trackback by 87c News — 16. Oktober 2008 @ 12:06