Reisebericht Toskana
Die Toskana ist so atemraubend schön, sie ist eine Liebe, eine Hommage an die Natur und von zeitloser Schönheit. Selbst ein Leonardo da Vinci holte sich seine Inspirationen aus der fast andächtigen Landschaft mit ihren weit goldschimmernden Feldern, den ewig grünen Zypressen am Wegesrand und dem Wein, der blutrot die Gläser füllt.
Ehrfürchtig neigt sich selbst der Schiefe Turm von Pisa vor der sich vor ihm ausbreitenden Toskana, jedes Jahr ein bisschen mehr. Selten findet man in Europa so viele intakte und fast vollständig erhaltene mittelalterliche Städte so nah bei einander wie hier in der Toskana, selten so viel sehenswerte Kunst und Kultur eingefasst im Stile der Renaissance, des Barocks oder der Gotik. Allein Florenz verfügt über eine wahre Flut an Galerien, Ausstellungen, Museen und Impressionen. Eine vorherige Information, was man denn wirklich sehen möchte, ist in Florenz eine sehr hilfreiche Empfehlung.
Einen kleinen Ausgleich zur Stadt am Arno bildet Siena. Das Stadtbild ist hier ebenfalls von mittelalterlichen Fassaden, Gebäuden, Toren und Türmen geprägt. Doch legt sich die Geruhsamkeit, die Stille in manchen Gassen und die scheinbar Unberührtheit auf dem Piazza del Campo wie ein altertümlicher Zauber auf die Stadt Siena, geweckt nur einmal im Jahr zum Palio, dem berühmtesten Pferderennen Italiens.
Südlich von Siena reihen sich urgemütliche Dörfer und Weiler mit ihren herrschaftlichen Villen und erhabenen Klöstern, Burgen und Schlössern in die scheinbar schlafende Welt des Weins ein. Wie der Name und der Gehalt des Weines geben sich die Dörfer Montalcino und Montepulciano, andächtig, schwermütig, manchmal trocken und herb und manchmal lieblich und süß. Hier siedelten sich schon früh gottgläubige Menschen an, deren Abteien und Klöster noch bis in die heutige Zeit hinein ihre Wege gehen. Sehenswert sind hier besonders die Abteien Sant’ Antimo und Monte Oliveto Maggiore. Ihre idyllische Lage ist eine Augenweide.
Nördlich von Siena liegt das wahre Chianti. Das Chianti besitzt alle klassischen Merkmale der Toskana und lädt ein, zu einer Rundreise durch viele kleine Dörfer der Winzer, hinauf zu den Weinbergen, entlang endloser Zypressen-und Olivenhaine und ungezählten grünen Hügeln. Wie in die Landschaft hinein gemalt, sieht man schon aus der Ferne die Türme von San Gimignano, liebevoll das Manhattan der Toskana genannt. San Gimignano ist nicht nur altertümlich und vom mittelalterlichen Charakter, sondern schmeichelt mit wunderbaren Blicken über das Tal des Chianti und der Weinberge der Toskana, ist Stätte vieler Traditionen und überschwänglich gastfreundlich und charmant italienisch.
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