In der Rückschau gehört der letzte Urlaub in Warnemünde zu einem meiner schönsten Ferienerlebnisse. Es war ein wunderbar schöner Urlaub an der Ostsee, den ich unter Garantie so schnell nie wieder vergessen möchte. Alles fing damit an, dass wir mit mehreren Leuten aus meiner Schulklasse einen Trip an die Ostsee planten. Zunächst war alles sehr stressig. Wir hatten große Schwierigkeiten uns auf ein gemeinsames Datum zu einigen und konnten uns zu guter letzt auch nicht auf ein geeignetes Ziel festlegen. Nun gut, letztendlich entschlossen wir uns dann dazu, in den nächsten Sommerferien an die Ostsee zu fahren.

Strand Rostock-Warnemünde
Von vielen bekannten und auch meinen Eltern hatte ich gehört, dass es sich ganz besonders lohnt einen ausgedehnten Sommerurlaub in Warnemünde zu verbringen. So machten wir uns gemeinsam an die Planung. Zum Glück gibt es Nahe Warnemünde einen Zeltplatz, der sich in unmittelbarer Nähe zum Strand befindet. Dort buchten wir uns einen gemeinsamen Bungalow und alles schien perfekt. Na ja, als wir dann am ersten Tag nach einer längeren Zugreise endlich in Warnemünde ankamen, regnete es wie in Strömen. An lange Strandspaziergänge und coole Parties am Wasser war erst einmal nicht zu denken. Aber gut, wir hatten ja unsere Bungalows und waren so Witterungs-unabhängig untergebracht.
Meine Eltern gaben mir vor der Abreise an die Ostsee noch den Tipp, doch unbedingt mal in das berühmte Hotel Neptun zu gehen, um eine gemütliche Tasse Kaffee zu trinken. Dieses riesige Hotel befindet sich direkt am Strand und überragt durch seine faszinierende Hochhauskonstruktion den gesamten Ort Warnemünde. Na ja, als dann am zweiten Tag endlich das regnerische Wetter vorbei war und sich am Himmel die erstes Sonnenstrahlen zeigten, waren auch wir alle froh. Lustvoll machten wir uns an das gemeinsame Frühstück im Freien. Es war herrlich. Danach ging es dann gleich an den Strand. Dort verbrachten wir fast den ganzen Tag. Es war traumhaft.
Mich als Segelfan interessierte dabei vor allem die so genannte Hanse-Sail. Ich wollte unbedingt mehr über dieses Großereignis erfahren. Am Abend des zweiten Tages kam mir dann die Idee mit dem Hotel Neptun. Schade nur, dass keiner aus meiner Gruppe mit in das Hotel wollte. Alle anderen hatten nur Lust auf das große Lagerfeuer am Strand. Nach kurzem überlegen und einigen Momenten des Zweifelns machte ich mich dann selbst auf den Weg in das imposante Hotel. Statt jedoch einen Kaffee zu trinken, setze ich mich an die berühmte Bar des Hotels, bestellte ein Bier und lauschte den Klängen des unheimlich professionellen Bar-Pianisten. Es war traumhaft. Ich fühlte mich wie ein richtiger Mann. Dann geschah es. Ich sah SIE. Sie hieß eigentlich Miriam und arbeitete an der Bar des Hotels. Die war, also ist, wunderschön. Ihre langen blonden Haare, ihre großen blauen Augen, ihr Mund. All das schien mir wie im Märchen. Ich beobachtete Sie und traute mich aber nicht Miriam anzusprechen. Ich merkte gar nicht wie die Zeit verflog und sich die Bar immer mehr und mehr leerte. Irgendwann, es muss wohl so gegen halb eins gewesen sein, waren dann nur noch Miriam und ich in der Bar. Sie sprach mich an, fragte mich wie es mir geht und wo ich herkomme. Ich glaube wir unterhielten uns fast zwei oder drei Stunden. Ich vergaß komplett auf die Uhr zu schauen. Miriam erzählte mir, dass Sie begeisterte Seglerin ist.
Na ja, das Ende von der Geschichte ist schnell erzählt. Wir trafen uns nun jeden Tag. Spazierten gemeinsam durch das hübsche Ostseebad. Und heute. Heute sind seit diesem Urlaub 4 Jahre vergangen. Ich wohne jetzt auch in Warnemünde, habe meine Ausbildung zum Koch im Hotel Neptun abgeschlossen und nehme dieses Jahr das zweite Mal in Folge gemeinsam mit meiner Verlobten Miriam an der Hanse-Sail teil.
In der Rückschau läßt sich sagen, dass dieser Urlaub in Rostock-Warnemünde mein gesamtes Leben zum Guten veränderte. Ich bin ein glücklicher junger Koch, der in acht Wochen die wunderschöne Miriam heiratet und eventuell sogar bald Vater wird.
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