Egal, ob Tourist oder Einwohner: Wer in Dresden ist, für den lohnt sich ein Besuch im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, das auch als „Museum vom Menschen“ bezeichnet wird. Den Besuchern soll hier ein Überblick über den Menschen und seine Bedürfnisse gegeben werden. Seit 2002 steht es im Blaubuch. Auf der Liste stehen etwa 20 national bedeutsame Kultureinrichtungen Ostdeutschlands als kulturelle Leuchttürme.
Gegründet wurde es 1992 vom Odol-Fabrikanten Karl August Lingner. Damals trug es den Titel „Volksbildungsstätte für Gesundheitspflege“. In seinem Testament schrieb Lingner, dass er mit dem Museum dazu beitragen will, dass Leute Kenntnisse erlangen, die ihnen bei einer gesundheitsfördernden und vernünftigen Lebensführung helfen. Diese Einstellung ist im Einklang mit dem damaligen Zeitgefühl. Damals sollte der Gesundheitszustand der ärmeren Bevölkerung durch Schulneubauten und öffentliche Sanitäreinrichtungen verbessert werden.
Im Museum wird die ganze Bandbreite des Themas Gesundheit und Hygiene abgedeckt. Neben der Anatomie des Menschen lernen Besucher etwas über Gesundheitsvorsorge und persönliche Hygiene. Eine der größten Attraktionen ist der Gläserne Mensch.
Während der Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Museums und damit auch zahlreiche Ausstellungsstücke zerstört. Dennoch blieb die Bedeutung auch nach Kriegsende erhalten. In der DDR erfüllte es Aufgaben der Gesundheitsaufklärung, vor allem für Kinder. Dazu gab es bis 1990 das Maskottchen Kundi. Nach der Wiedervereinigung wurde das Konzept erneuert. Seitdem wird der Ansatz der Gründung, umgesetzt mit modernen Mitteln, wieder stärker verfolgt.
Im Moment läuft im Deutschen Hygiene Museum Dresden neben dem normalen Museumsbereich eine Sonderausstellung, die den Titel „Arbeit. Sinn und Sorge“ trägt. Sie wird von der Kulturstiftung des Bundes und der Bundesagentur für Arbeit gefördert und kann noch bis zum 11. April 2010 besichtigt werden.
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